für einmal

nur einmal
trafen dich die Nägel
und hefteten dein Leben
untrennbar an das Kreuz

nur einmal
musstest du dein Leben
hingeben in Leib und Blut
um Gottes Weg auf Menschen Grund zu gehen

für immer
klaffen jene Nägelmale
an deinem Leib
und zeigen so auf jedes Kreuz

für immer
sollen sie nun leer bleiben
die Kreuze dieser Welt
um Leib und Blut zu sparen

nur einmal
nahmst du Brot und reichtest Wein
um zu trauen Gott
für immer

Liebesblick

Unbeholfenheit deiner Liebe
schmerzt mich und schlägt Wunden

erlischender Funke meiner Liebe
leuchtet im Glanz deiner Augen
spiegelt im Liebesblick mich selbst

schmerzt dich und schlug Wunden
Unbeholfenheit meiner Liebe?

endgültig

in aller Zeiten Lauf
ein ewig hin und her
von morgen heut und gestern

ein täglich Neubeginn
weil Nichts für ewig wäre
wenn nicht erinnerst du für mich

erinnerst du für mich?
wie könnt ich dich vergessen hindern
damit mein Leben eingedrückt in deinen Lebensstaub

endgültig müsst es sein
sein End gültig machen
dein End machen gültig

damit in fernen Zeiten
ich noch lauf in der Erinnerung
von dir und dir und dir

so nahm ich jenen Stein
weil jenes Opfer mein
dem Herrn gefiele nein

*an jenem Morgen
*schwiegen die Vögel
*als ich erschlug auf dem Feld

so ist mein Vermächtnis
gezeichnetes Mal
auf meiner Stirn

auf jeden Tag
erzählt man von mir
so bleib ich auch in dir


*Subway to Sally: „Kain“

Parameter

in der Freiheit des Rückblicks
liegt die Freiheit der Zukunft
nicht verhandelt
nicht abgerungen

in den Parametern der Möglichkeiten
offenbart sich die Heiligkeit des Zufalls
die in einem Moment
lebensweit sich entfaltet

Wellen

dein Sieg beruhigt
den Ozean in mir

schenkt Frieden mir
und Zuversicht

die Tiefe selbst
bleibt dunkel mir

lässt Trost aufsteigen
überstrahlst mein Herz

Welch Wellen schlagen
jene Steine
in meine schöne Stille?
Versinken Not und Tod und Wunden
einfach so in mir?
Ja, in dir?

wenn jene Stille
den Schrei der Armen
mundtot macht
treibt wohl der Teufel
lauthals lachend
sein Spiel mit meinem Herzen

kreuzweg

I – zermahlen
nur schwache
Schallwellen

doch ein schweres
Urteilswort

überführt
vom Leben

in den
Tod

II – beladen
ohne Wahl
ohne Freiheit

Einbahnstraße
lang gezogen

endlos schon
im Anfang

seine Wahl
seine Freiheit

III – haltend
jene Last
die ihn zerdrückt

ist Strohhalm
stützend

weil alles
andere genommen

das Kreuz
zur Krücke wird

IV – zerrissen
mehr als
Blicke

sagt der
Herzschlag

den empfangen
er

vom Rhythmus
seiner Mutter

V – begleitet
auf Zuruf
werden wir

Gefährten
in jener Lebensnacht

und wissen
nicht den Weg

für uns
ans fremde Ziel

VI – unterbrochen
vergeblich
vergeudet

es nützt
doch nichts

doch nichts
macht den Unterschied

so groß
wie vergeudet geben

VII – beraubt
auf halber
Strecke

scheint der Weg
bereits geschafft

doch umso
deutlicher nur

ist jeder Ausweg
nun verstellt

VIII – beweint
vermischt
sich Salz

mit Salz
verliert es

nicht seinen
Geschmack

sondern brennt
in jeder Wunde neu

IX – zerquetscht
jeder Schritt
jedes Wort
ein Tritt
ins Seelenmark

X – nackt
meine Augen
kann ich

halten kaum
geschlossen

ihre Augen
können sie

halten kaum
geschlossen

XI – fixiert
er trat
in diese Welt

durchbohrte sie
mit seiner Liebe

für immer
ohne Reue

nun durchbohrt
die Welt ihn selbst

XII – vorbei
das Podest
des Sieges

ist heiß
umkämpft

der Preis
seines Sieges

ist verzweifelt
erkämpft

XIII – gehalten
am Anfang
hält

schützend
ihre Hand

haltend
das Ende

versagt
ihre Hand

XIV – verschlossen
mit jenem
Stein verfloss

die Hoffnung
auf das Leben

auf das Leben
hoffend

verfloss
sein Blut